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  Chronik
 
 
Wie bereits im Vorfeld erwähnt wird der Ort Kürmreuth
der im Jahre 1121 zum ersten Mal urkundlich erwähnt
und war früher mal ein stolzer Adelssitz.

 
Vielfach tauchen die Kürmreuther in der Oberpfälzer Geschichte auf.  
   
 
 
Kürmreuth besaß im Mittelalter drei kleine Schlösser
 
 
Schloss Hochkürmreuth, Schloss Oberkürmreuth
und Schloss Mittelkürmreuth.


 
Heute erinnern nur noch ein kleiner Burgmauerrest und ein unterirdisches Gewölbe an diese einstigen Burgen. Sie waren im Besitz des Adelsgeschlechtes der Herren von "Churbinreuth", die im 16. Jahrhundert ausstarben. Andere Adelsgeschlechter, deren Grabsteinplatten heute noch in der Kirche vorhanden sind, kauften die Burg. Kirchlich war Kürmreuth eine Filiale von Eschenfelden, bis es im Jahre 1364 eine selbstständige Pfarrei wurde. Hier wohnte auch fast 300 Jahre lang ein Pfarrer. Im Jahre 1652 wurde das Simultaneum eingeführt und damit der gesamte Kirchenbesitz geteilt. Da auch die Einkünfte des Pfarrers halbiert wurden, reichten sie nicht mehr für seinen Unterhalt aus. Damit war das Ende des Pfarrsitzes Kürmreuth besiegelt. Katholischerseits ist Kürmreuth eine Filiale von Königstein, die evangelische Kirchengemeinde hningegen schloss sich Edelsfeld an.
  
Das Gotteshaus wurde bis 2010 renoviert
und erscheint nun in neuem Glanz.
 
 
 
Nun aber zurück zur Geschichte.

 
Im Jahre 1121 wurde die heutige Ortschaft " Kürmreuth " erstmal unter dem Namen "Churbenriut" erwähnt und gehörte zum Bamberger Ministerialensitz. Dieses verhielt sich so bis zum Jahre 1383 denn da verkaufte Herzog Friedrich von Bayern Sitz und
Veste Kürmreuth an Ritter Erhard den Kürmreuther.



1503 im Landshuter Erbfolgekrieg wird die Veste Kürmreuth eingenommen und bereits 1505 fällt Kürmreuth an das Herzogtum Pfalz-Neuburg.

Später, das heißt 1543 verschlägt es Moritz Sandel und ein Kürmreuther Landsassen nach Kürmreuth, bis 1562 Sigmund Fürer und Christhop von Kürmreuth kamen.

1594 wurde Hans Jakob von der Grün Inhaber von Kürmreuth
bis 1614 Kürmreuth ein Teil des Herzogtums Sulzbach wird.

Bereits im Jahr 1686 werden bei der Besichtigung des Sitzes, die Veste, Baumängel festgestellt und 1717 richtet ein Sturmwind großen Schaden an der Veste an.

Trotz allem kauft 1799 Andreas von Grafenstein das Landsassengut Kürmreuth und im 19. Jhdt erwerben die Sonnenburger den Besitz.

Die Veste geht ein und wird bis auf die noch vorhandenen Reste abgetragen.

Heute steht eben darauf die Simultankirche und alle adligen sind verschwunden.


Aber da war doch noch was mit einer selbstbewussten Kürmreutherin
von vor mehr als 500 Jahren . . .


Tja, damals war es so das adelige Töchter zwei Möglichkeiten hatten: entweder sie heirateten standesgemäß oder sie gingen ins Kloster. So geschah es auch bei Margarete und Martha von Kürmreuth. Da sie keinen adeligen Ehemann fanden,traten sie in Engelthal bei Hersbruck ins Dominikanerinnenkloster ein. Ulrich von Königstein hatte es 1243 gegründet. Margarete und Martha machten dort Karriere. Margarete wurde 1487 Priorin, also Klostervorsteherin, Martha wurde zur Subpriorin (Stellvertreterin) gewählt. Zu jener Zeit wurde es mit den Regeln der Besitzlosigkeit, des Fastens oder der Kleidung nicht mehr so genau genommen. Während Nonnen normalerweise weder das Kloster verlassen noch jemanden herein lassen durften, gingen sie im Engelthal des ausgehenden 15. Jahrhunderts wiederholt auf ausgedehnte Reisen in weltlichen Kleidern. Margarete von Kürmreuth fühlte sich mit dieser lockeren Ordnung recht wohl und schrieb in einem Brief an Pfalzgraf Friedrich, dass "niemand gerne gebunden und gefangen" sei. Statt auf einem harten Strohsack zu schlafen, nächtigte sie lieber in einem weichen Bett, genoss den fränkischen Wein und das süffige Bier. Sogar vom Papst ließ sie sich für ihr Kloster sämtliche Freiheiten bestätigen. Doch die Reichsstadt Nürnberg war nicht gewillt, noch länger zuzuschauen und ordnete die Reformierung des Klosters an. Die Nonnen sollten wieder die Klosterregeln befolgen und auch die Klausur (Abgeschlossenheit) einhalten. Bei einer Visitation 1512 wurden alle Einlässe zu den inneren Klosterbauten doppelt, also innen und außen, verschlossen. Margarete von Kürmreuth beeindruckte das allerdings in keinster Weise. Sie ließ alle Schlösser kurzerhand abbrechen oder aussägen, sandte Beschwerdebriefe an den Eichstätter Bischof, den Pfalzgrafen und sogar an Kaiser Maximilian. Ihre Verwandten Sebastian, Fabian, Moritz und Wilhelm von Kürmreuth mobilisierte sie als hochrangige Befürworter gegen die Nürnberger. Mit ihren ausgezeichneten Beziehungen konnte Priorin Margarete die Reformierung ihres Kloster lange verhindern. Margarete von Kürmreuth schrie und ließ es auch zu Handgreiflichkeiten kommen. Sie wurde vorübergehend in Ketten gelegt, als Priorin nach 26 Jahren abgesetzt und ins Kloster St. Katharina nach Nürnberg gebracht. Dort starb sie vier Jahre später im Jahre 1517. Die restlichen Nonnen Engelthals wurden ihrer Ämter enthoben; an ihrer Stelle traten reformierte Schwestern aus Nürnberg. So musste auch Martha von Kürmreuth ihr Amt als Subpriorin niederlegen, nachdem sie wegen ihres heftigen Widerstandes wie ihre Schwester in Ketten gelegen hatte. An die Priorin Margarete von Kürmreuth erinnert heute ein Wappenstein aus dem Jahre 1505, der an der Südmauer der Willibaldskapelle in Engelthal angebracht ist. Er verdeutlicht das starke Selbstbewusstsein dieser Kürmreutherin - eine Eigenschaft, die die meisten Kürmreuther bis heute besitzen.

 

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